Haching-Präsident Manni Schwabl über die Champions League der Jugend und Adeyemi

Manni Schwabl über Merkur CUP und Adeyemi: „Natürlich geht mir da das Herz auf“

Zwei Strahlemänner: 1860-Präsident Robert Reisinger und Haching-Boss Manni Schwabl.
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Zwei Strahlemänner: 1860-Präsident Robert Reisinger und Haching-Boss Manni Schwabl.

Es war ein Wochenende ganz nach dem Geschmack von Manni Schwabl. Der Merkur CUP und Siege der A- und B-Jugend ließen die Sorgen der Profis in den Hintergrund rücken.

München – Manni Schwabl kam aus dem Lächeln gar nicht mehr heraus. Auch wenn seine Hachinger U11 den Titel im größten E-Junioren-Turnier der Welt am Ende Lokalrivale 1860 überlassen musste, war es ein Wochenende so ganz nach dem Geschmack des Hachinger Präsidenten. Die Sorgen um die sportlich schlingernde und von Corona geplagte erste Mannschaft waren weit weg, über dem Sportpark schien zwei Tage lang die Sonne, die Spielvereinigung präsentierte sich erneut als idealer Merkur-CUP-Gastgeber und der Präsident durfte sich zudem noch über zwei Siege seiner A- und B-Junioren-Bundesligateams freuen. Die U17 stürmte damit sogar an die Tabellenspitze und rundete so Schwabls perfektes Wochenende ab.

Herr Schwabl, die Frage nach dem Befinden erübrigt sich angesichts Ihres Gesichtsausdrucks.

Natürlich geht mir da das Herz auf. Unsere Jungs haben zwar die Pflicht erfüllt, was für mich aber wichtiger ist: Da sind einfach ein paar richtig gute Kicker drin. In der U11 interessiert die Liga eigentlich niemanden, da zählt vor allem der Merkur CUP, das ist wie die Champions League. Wenn man dazu noch hört, wie gerne die Leute herkommen und wie toll es für die Kinder ist, in unserem Stadion aufzulaufen, macht das natürlich schon ein bisschen stolz. Der Name „Road to Haching“ gehört da mit dazu.

„Was halt vor allem gefehlt hat, waren die sozialen Kontakte untereinander.“

Manni Schwabl über die Corona-Pandemie für Kinder.

Haben Sie den Eindruck, dass man den Kindern die lange Spielpause anmerkt?

Was halt vor allem gefehlt hat, waren die sozialen Kontakte untereinander. Aber auch in dem Alter siehst du dann schon, wer daheim was für sich selber macht. Diese Eigeninitiative brauchst du, wenn du im Leistungssport was erreichen willst.

Karim Adeyemi, der 2013 der überragende Spieler des Merkur-CUP-Finales war, startet derzeit richtig durch. Ausgebildet wurde er in Unterhaching.

Dabei hat mich der Karim so viele Nerven gekostet. Ich war wegen ihm öfter in seiner Schule als bei meinen eigenen Kindern. Ich habe ihm immer gesagt: Wenn das nicht passt, wirst du nie Profi werden, weil sonst einfach der Rucksack zu groß ist. Der Schritt nach Salzburg war dann auch genau der richtige, weil er dort schon mit 16 Jahren Erwachsenenfußball spielen konnte.

„Vielleicht hat das ja irgendeinen Sinn.“

Manni Schwabl über die derzeitige Situation der ersten Mannschaft.

Bei einigen großen Vereinen wird derzeit über eine Abmeldung der jüngsten Mannschaften nachgedacht. Wie stehen sie dazu?

Das hängt immer von der Philosophie eines Vereins ab. Wir machen uns hierzu auch immer unsere Gedanken, fangen ab der U9 mit einem Förderkader an und ab der U10 im Spielbetrieb. Darunter gibt es noch den „Kids Club“, zu dem jeder aus dem Hachinger Tal herzlich willkommen ist. Da werden die Kinder mit sechs, sieben Jahren spielerisch herangeführt. Und irgendwann musst du halt zwischen Breiten- und Leistungssport trennen. Einen Teil davon bilden wir selber ab und mit Fortuna Unterhaching haben wir hier einen super Verein in der Gemeinde, der den Breitensport komplett abdeckt.

Ist dieses Wochenende auch ein bisschen Balsam für Ihre geschundene Seele?

Wir arbeiten jetzt daran, die handwerklichen Fehler aus der Vergangenheit zu beheben. Momentan hakt es ein bisschen bei der Ersten. Aber wer weiß: Vielleicht hat das ja irgendeinen Sinn. Wir müssen einfach schauen, dass wir diese Saison über die Bühne kriegen und dann ist auch klar, dass wir so schnell wie möglich wieder zurück in die dritte Liga wollen. Heute ist aber wichtiger, dass ich wieder ein, zwei Jungs gesehen habe, die das gewisse Etwas haben, das du nicht lernen kannst.

Interview: Matthias Horner

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