Spielstarke Bayern scheitern am Bollwerk

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Unsanft gelandet: Gegen die defensivstarken Hachinger war für den FC Bayern (l.) im Finale häufig kein Durchkommen.

Bis zum Endspiel glänzt der Rekordsieger mit Traum-Fußball, dort erholt er sich nicht vom Schock des Gegentors

Beinahe wäre der Plan von Bayern-Trainer Kay Altenkirch aufgegangen. Als im Finale gegen die SpVgg Unterhaching die Zeit davon lief, setzte er auf die Brechstange. Mit den Worten „Geh einfach vorn rein“ schickte er Stürmer Tim Hannemann aufs Feld. Und tatsächlich: Kurz vor Abpfiff kam Bayerns Nummer 12 in aussichtsreicher Position zum Kopfball. Doch der Ball ging links am Tor vorbei.

Sekunden später war Schluss. Und einige Bayern-Spieler hatten Tränen in den Augen. Trainer Altenkirch hatte dafür Verständnis: „Wenn man die Chancenverteilung und die Spielanlage sieht, dann sind wir zurecht enttäuscht. Aber so ist Fußball, der bessere gewinnt nicht immer.“

Die Bayern, mit zehn Titeln vor dem TSV 1860 (neun Titel) Merkur-CUP-Rekordsieger, hatten sich viel vorgenommen in diesem Jahr. Und bis zum Finale gegen Unterhaching war für den Favoriten alles nach Plan gelaufen: Mit 12:1 Toren kam er aus der Gruppenphase, war dort auch beim 1:1 gegen den TSV 1860 die klar überlegene Mannschaft. Das Halbfinale gegen die SpVgg Altenerding war eine Demonstration: Die Offensive um Jannik Joas und Marcel Kroczek glänzte mit präzisem Direktspiel und feinen Dribblings. „Die Jungs haben sich super entwickelt“, lobte Trainer Altenkirch mit Blick auf die zurückliegenden Turnierrunden.

Doch dann kam Unterhaching – und der Rückstand, bei dem Torwart Jannis Bärtl unglücklich weggerutscht ist. „Nach dem Gegentor war meine Mannschaft zu geschockt, zu perplex“, so Altenkirch.

Die Bayern rannten zwar gegen das Hachinger Bollwerk an, fanden aber mit zunehmender Spieldauer kein Durchkommen mehr. „Es fehlten die Anspielpunkte“, monierte Altenkirch, „wenn ein Gegner wie Haching mit fünf Leuten tief steht, muss man es irgendwie schaffen, Räume zu erzwingen, wo wir anspielbar sind, und dann Druck aufs Tor zu kriegen.“ An Bewegung im letzten Drittel des Feldes habe es gefehlt.

Wo die Bayern in den Spielen zuvor noch mit Steilpässen die Defensivreihen durcheinanderwirbelten, blieb es im Finale oft bei Schüssen aus der Distanz. Trainer Kay Altenkirch musste eingestehen: „Unterhaching hat den Titel letztendlich verdient, weil wir zu wenig Durchschlagskraft hatten.“

Auch die Brechstange, die die Bayern am Ende des Finales auspackten, konnte daran nichts mehr ändern.

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