Die „Rosserer“ von Allerheiligen

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Der Warngauer Feiertag: Am vierten Oktobersonntag findet die Leonhardi-Wallfahrt statt.

Wer wissen will, wie die Menschen ticken, die im bayerischen Oberland verwurzelt sind, dem sei Ende Oktober ein Besuch der Leonhardifahrt empfohlen.

Etwa 50 Gespanne, viele davon alte Truhenwagen, sowie Einzelreiter ziehen in feierlicher Prozession von Warngau hinauf zur eindrucksvollen Allerheiligen-Kapelle auf freiem Feld. Die erdige und sinnliche Frömmigkeit der Altbayern ist hier mit Händen zu greifen. Die Kirche wurde erstmals 1476 in einer Urkunde des Klosters Tegernsee erwähnt. Um das Jahr 1750 wurde das Gotteshaus barockisiert. Die letzte Renovierung fand in den 1980er Jahren statt. Etwa 60 Votivtafeln – die älteste von 1682 – sind zu bewundern, die die Wallfahrt nach Allerheiligen zeigen. Die Allerheiligen-Wallfahrt war im 20. Jahrhundert in Vergessenheit geraten. Erst 1983 fanden sich wieder engagierte „Rosserer“ zusammen, die eine neue Tradition begründeten: Am vierten Sonntag im Oktober findet seitdem eine Leonhardifahrt der Kutscher und Reiter aus der Region statt – nicht so spektakulär wie im benachbarten Bad Tölz, aber ein eindrucksvolles Manifest bäuerlicher Lebensart.

Im Juni 1975 war die Allerheiligen-Kapelle ein trauriger Ort: In der Kirche wurden die 41 Todesopfer eines schrecklichen Zugunglück aufgebahrt. Zwei Schnellzüge waren auf der einspurigen Strecke zusammengeprallt.

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