Sieger beim 25. Merkur CUP:

Triumph der nervenstarken Löwen

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Weißblaue Leidenschaft: Nach gewonnenem Achtmeterschießen stürmen die U-11-Löwen glückselig übers Spielfeld.

Beim Merkur-CUP-Jubiläumsturnier lässt der 1860-Nachwuchs den Bayern im Finale vom Punkt keine Chance

Sie waren glückliche Sieger im doppelten Sinne, die Nachwuchskicker des TSV 1860: Zum einen ist immer etwas Fortune im Spiel, wenn man sich im Achtmeterschießen durchsetzt, so wie die Löwen jeweils nach torlosen Unentschieden erst mit 2:1 gegen den FC Wacker (Halbfinale), dann in einem engen Finale mit 3:2 gegen den FC Bayern. Zum anderen löste der Gewinn des Merkur CUP 2019 bei den Talenten der Blauen überschwänglichen Jubel aus. „Das hat für uns einen sehr hohen Stellenwert. Man sieht es ja auch, wie sich die Jungs freuen“, sagte Ludwig Schneider, der beim TSV 1860 für die Kleinfeld-Teams zuständig ist und der bei gewohnt unruhiger Nachrichtenlage im Umfeld des Vereins eine schöne Schlagzeile willkommen heißt: „Es wurde in letzter Zeit oft schlecht über die Jugendarbeit geschrieben. Das hier ist ein gutes Zeichen, dass wir immer noch da sind.“

Und wie sie da waren, die kleinen Löwen. Das durften auch DFB-Interimspräsident Rainer Koch und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bestaunen. Herrmann hatte in seiner Rede betonte: „Als Sportminister gefällt mir besonders der Leitgedanke des Fairplay und des Respekts.“ Dem wurden die Sieger gerecht – trotz ihres enormen Kampfgeistes: „Wir sind von Minute zu Minute besser geworden. Bayern hatte am Anfang eine gute Chance. Aber wir haben gut verteidigt und gemerkt, dass da was geht. Aus meiner Sicht war es ein Spiel auf Augenhöhe mit Chancen auf beiden Seiten“, sagte 1860-Coach Paul Schuhmann. „In der ersten Halbzeit war Bayern besser, danach wir. Insgesamt war es ein gerechtes Unentschieden.“

Eines, mit dem schon eine kleine Überraschung geschafft war, denn nach dem Turnierverlauf gingen die Bayern als Favorit ins Endspiel. Sie hatten das Vorrundenderby mit 2:0 gewonnen. Zudem mussten die Löwen schon im Halbfinale kräftig bangen. „Wacker hat da leidenschaftlich verteidigt und uns an den Rand der Niederlage gebracht“, gab Schuhmann zu. „Im Elfmeterschießen waren wir dann ein bisschen souveräner.“

Das galt dann auch im Finale, und allen voran für Loris Husic. Der Kapitän der Sechzger traf in beiden K.o.-Partien beim entscheidenden Versuch eiskalt vom Punkt. „Man wählt seinen Kapitän nach individuellen Stärken, aber auch nach Charakterzügen. Und er hat auch neben dem Platz Vorbildfunktion“, lobte Schuhmann seinen Spielführer. „Die Entwicklung, die entscheidenden Elfer zu schießen, hat er aber auch erst nehmen müssen. Das war noch nicht schon immer da.“

Entwicklung ist bei einer U 11-Mannschaft, gerade bei einem finanziell nicht auf Rosen gebetteten Verein wie 1860, ohnehin ein wichtiges Thema. „Das ist ein klarer Hinweis, dass man in die Jugend investierten muss“, kommentierte Hans Sitzberger, Vizepräsident des TSV, den Erfolg. Wer bei entsprechender Förderung aber mal ganz oben bei den Profis ankommen könne, sei in diesem Alter noch nicht abzusehen, betonte Schuhmann. „Wenn ich jetzt sage, dass es der und der schaffen wird, dann würde ich meinen Job nicht gut machen, denn dann würde ich nicht jeden gleichermaßen fördern“, so der Coach. „Ich wünsche aber allen, dass ihr Weg bei Sechzig noch lange weitergeht.“

Den kompletten Zeitungsbericht zum Merkur CUP finale gibt's hier zum Download

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