Die Löwen – überholt von Haching

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Frustbewältigung: Im Spiel um Platz drei überrollten die Junglöwen Altenerding (lila).

Unter den Augen von Präsident Robert Reisinger scheitert Titelverteidiger 1860 im Halbfinale

Der Auftritt der kleinen Löwen passte zum Bild, das der TSV 1860 zuletzt abgegeben hatte. „Jetzt schaut es so aus, als ob inzwischen Bayern und Haching auch in der Jugend vor uns sind“, haderte U 11- Trainer Franz Leder, nachdem sich seine Mannschaft mit dem dritten Platz hinter eben den beiden Münchner Lokalrivalen begnügen musste. In der Gruppe hatte der 1860-Nachwuchs dem FC Bayern beim 1:1 noch einen Punkt abgetrotzt, im Halbfinale aber mussten sich die Junglöwen der SpVgg Unterhaching mit 0:1 geschlagen geben.

Das anvisierte Endspiel fand deshalb ohne Leders Team statt. Stattdessen schossen sich die Giesinger im Spiel um Platz drei mit einem 7:0 über Außenseiter SpVgg Altenerding den Frust von der Seele. „Das tut weh“, so der 59-jährige 1860-Coach, „vor allem, weil mehr drin gewesen wäre.“ Ernüchtert konstatierte er, dass „die Einstellung gegen Haching nicht gestimmt“ habe, seine Mannschaft sei insgesamt „in ihren Leistungen zu schwankend“.

Auch der anwesende 1860-Präsident Robert Reisinger resümierte eine Woche vor der mit Spannung erwarteten Mitgliederversammlung nüchtern: „Das entspricht dem Leistungsstand der Mannschaft.“ Seine Enttäuschung war greifbar, hatte er doch zuvor noch „den hohen Stellenwert des Merkur CUP für uns“ hervorgehoben. Eine gute Nachricht für die besorgten 1860-Anhänger aber hatte Reisinger dennoch zu verkünden: „Wir wollen den Standard in unserem NLZ auf jeden Fall halten, Kürzungen sind nicht vorgesehen und sollen unter allen Umständen vermieden werden.“

Damit im nächsten Jahr möglichst der Ausgleich bei den Merkur-CUP-Titeln gelingt. Durch den Hachinger Erfolg in Warngau führt der FC Bayern weiter nur mit 10:9. Auch der Trainer, der im August „ein echter Sechzger“ wird, wie Leder schmunzelnd auf seinen 60. Geburtstag vorausblickt, würde sich gerne mit einem Titel verabschieden. Im nächsten Jahr möchte sich Leder nach vielen Jahren im 1860-Nachwuchs zurückziehen, der zehnte Merkur-CUP-Titel für die gebeutelten Löwen wäre der perfekt Abschluss für den im Hauptberuf als Polizist tätigen Coach.

In diesem Jahr konnten die E-Junioren des TSV 1860 ihre Anhänger zwar nicht mit einem Triumph im Merkur CUP für die schmerzhaften letzten Wochen entschädigen. Alleine Reisingers Anwesenheit aber sendete ein deutliches Signal, dass der Stellenwert der Nachwuchsabteilung weiterhin enorm ist. Obgleich schon vor den Profis auch die A- und B-Junioren der Löwen aus der Bundesliga abgestiegen waren, wird der Talentschuppen an der Grünwalder Straße weiter Nachschub produzieren. Mit beiden Mannschaften, sowohl der U19 als auch der U17, möchte Reisinger möglichst in der kommenden Saison wieder in die Bundesliga zurückkehren, wie er betonte.

Und etwas Trost konnte am Samstag immerhin das Endspiel spenden, der große Lokalrivale liegt dadurch unverändert nur einen Titel voraus. Mit dem 10:10-Ausgleich wäre der Absturz der Löwen im kommenden Jahr gebremst.

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