Letzter auf dem Platz, Erster beim Feiern

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Gut drauf trotz Platz acht: Die SpVgg 1906 Haidhausen hatte in Christine Obonyo und Ante Karaula zwei aufwändig dekorierte, leidenschaftliche Fans.

Auf dem Feld hatte es lediglich zu Platz acht gereicht für die Buben der SpVgg 1906 Haidhausen. Beim Feiern allerdings konnte ihnen niemand etwas vormachen.

Nachdem die Siegerehrung schon längst gelaufen war und sich die Zuschauer allmählich auf den Heimweg machten, enterte der Haidhauser Nachwuchs noch einmal die Bühne und sang lautstark: „Campeones, campeones, olé, olé, olé!“ Unterstützt wurde er dabei von seinem Anhang, der sich schon zuvor als der lautstärkste des gesamten Teilnehmerfeldes hervorgetan hatte.

Verständlich war diese ausgelassene Stimmung trotz des letzten Platzes allemal. Mit dem Erreichen des Finalturniers hatte der Klub, der erst 2008 durch eine Fusion von Franz Beckenbauers Heimatklub SC 1906 mit dem FC Haidhausen entstanden war, sein Soll schon weit übererfüllt. Führte das junge Trainerduo Sebastian Bracher und Daniel Höpfinger doch das dritte Münchner Team neben dem FC Bayern und dem TSV 1860 ins Feld. Allein dies schon eine stolze Leistung. Durch drei Vorrundenturniere, das Kreis- und das Bezirksfinale hatten sie sich für die Finalteilnahme kämpfen müssen.

Seit Kindesbeinen ist das Haidhauser Trainerduo befreundet, Bracher trainiert zudem noch die erste Mannschaft, mit der er erst vor wenigen Wochen die Rückkehr in die Bezirksliga bewerkstelligte. Sein Jugendfreund Höpfinger ist dort einer seiner Spieler. „Kein Problem“, beteuern sie, die gemeinsame Aufgabe bei den E-Junioren des Vereins schweißt die beiden Spezln zusätzlich zusammen.

„Sechs Tage die Woche“ stünden sie zusammen auf dem Platz, berichten sie, bislang zumindest habe die Freundschaft nicht darunter gelitten. „Wir sind beide sehr emotionale Typen, das verbindet uns auch“, vor allem aber, dass „wir beide fußballverrückt sind“.

Umso bitterer für Bracher, dass er wegen einer schweren Knieverletzung seit November letzten Jahres ausfällt. Noch in diesem Jahr möchte er sein Comeback geben, mit seinen beiden Traineraufgaben scheint er nicht ausgelastet zu sein...

Ihren Buben immerhin konnten die beiden jungen Coaches schon beibringen, dass auch ein letzter Platz anständig bejubelt werden kann.

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