Keinen Sahnetag erwischt

Optisches Übergewicht hatte der SV Miesbach (in Rot) in dieser Szene. Foto: or

Sonnenschein und Kaiserwetter, Starkregen und Donnergrollen. Was Petrus an diesem Merkur CUP-Sonntag im Werdenfelser Land bot, war aufregend genug.

Doch am Ende stahl das heraufziehende Gewitter dem SV Miesbach die Schau. Der Siebte des Bezirksfinales C beim TSV Farchant durfte sich über den ESB-Fairnesspreis freuen.

„Vielleicht haben wir ja Losglück“, witzelten Trainer und Spieler, die nicht nur einen nagelneuen Trikotsatz in Empfang nehmen durften, sondern auch mit Preisträger-T-Shirts und Medaillen für jeden Einzelnen ausgezeichnet wurden. Dazu kommen die Kreisstädter in den Lostopf mit allen Fairnesspreis-Trägern des laufenden Wettbewerbes, aus denen am Ende des Merkur CUP 2019 die Mannschaft gezogen wird, die eine Reise nach Bologna antreten darf.

Der ESB-Fairnesspreis war für Miesbachs E-Junioren ein schöner Schlusspunkt einer langen Saison, die aufgrund der schwachen Personaldecke schwierig begonnen, sich aber zunehmend positiv entwickelt hatte. Und so währte denn auch die Enttäuschung nicht lange, dass das Bezirksfinale nicht ganz nach Wunsch lief.

Gratulation: Im Bezirksfinale gab es für den SV Miesbach Medaillen.

Vielleicht war es die Aufregung. Vielleicht ein Konzentrationsproblem. Bis der SV richtig ins Turnier fand, lag Auftaktgegner TSV Peiting bereits in Führung. Am Ende gab es ein „zu hohes“ 0:5 gegen einen guten Gegner. „Eigentlich können wir mehr, als wir gezeigt haben“, resümiert SV-Coach Andreas Linke. Besser lief es gegen die Gastgeber, doch während sich Flügelflitzer Mohamed Ali und seine Teamkameraden vergeblich bemühten, den Ball ins gegnerische Tor zu befördern, glückte Farchant in der letzten Minute der Siegtreffer.

Schließlich die Partie gegen den SC Fürstenfeldbruck, der zwar sein Halbfinal-Ticket schon gelöst hatte, aber mit Mann und Maus und Torhüter stürmte, bis auch der Keeper sein Tor des Tages erzielt hatte. Am Ende stand es 0:11, und es war moralische Aufbauarbeit angesagt. Dabei verwies Trainer Linke an seine Aussage gegenüber der Heimatzeitung, dass man nicht Letzter werden wolle, und seine Buben setzten das tatkräftig um. So gab es ein versöhnliches 2:1 im Platzierungsspiel gegen Pentenried mit Yüksel Aykir als zweifachen Torschützen. Unter anderem begeisterte er mit einem schönen Distanzschuss.

„So ein Bezirksfinale ist schon noch mal eine andere Nummer, da braucht man einen Sahnetag“, sagt Linke, bei dem in Farchant schon nach dem Aufwärmen Valentin Kuss verzichten musste, während sich Kapitän Raphael Lederle während des Turniers verletzte.

Am 20. Juli werden Miesbachs E-Junioren nun planmäßig ihren Ausflug zum Fußballgolf machen. Er selbst, so Linke, werde im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder beim Merkur CUP dabei sein. Dann zwar als Zuschauer, weil er mit dem Gros der Buben in die D-Jugend geht, aber nicht mindert begeistert von der Atmosphäre beim größten E-Jugend-Fußballturnier der Welt.

VON HEIDI SIEFERT

Weitere Artikel

Müde und tiefenentspannt

Der TSV Pentenried ist ein ganz normaler Dorfverein, wie es hunderte in Bayern gibt. Kein Leistungszentrum, eine Mannschaft in der A-Klasse, zweimal …
Müde und tiefenentspannt

Wie vorhergesagt: Final-Duell der beiden Favoriten

Im Neunmeterschießen sichert sich der FC Wacker vor dem SC Fürstenfeldbruck den Sieg im Bezirksfinale C
Wie vorhergesagt: Final-Duell der beiden Favoriten

Abschied mit hoch erhobenem Haupt

Buben des TSV Ebersberg scheitern im Bezirksfinale und werden Fünfter
Abschied mit hoch erhobenem Haupt

Kommentare