Stolzer Dritter, toller Gastgeber

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„Wir leben die Freundschaft!“ Attachings Kapitän Noah Najdi (M.) durfte – wie schon beim Kreisfinale – den Fairplay- Kodex des Merkur CUP verlesen.

Sie haben das maximal Mögliche rausgeholt: Die Buben des BC Attaching belegten bei ihrem „Bezirksfinale dahoam“ den tollen dritten Platz. Dass der FC Bayern München und die SpVgg Unterhaching die Tickets für das große Finale am 20. Juli gelöst haben, kam wenig überraschend. Trotzdem: Die Halbfinalniederlage des BCA ist ein Stück weit zu hoch ausgefallen.

Trainer Patrice Boyer machte nach dem Spiel um Platz drei einen gelösten Eindruck. Der Stolz über das, was seine Junioren da geleistet hatten, stand ihm ins Gesicht geschrieben. „Es ist toll, was unsere Jungs gezeigt haben – ich bin sehr zufrieden mit meinem Team“, sagte Boyer nach einem Turnier, in dem sich der BC Attaching einmal mehr als großartiger Gastgeber präsentiert hatte.

Die vorletzte Partie des Merkur CUP-Bezirksfinales, das Duell mit dem SV Riedmoos um den Titel „Best of the rest“ hinter den Bayern und den Unterhachingern, war noch mal eine für die Galerie: Attachings Markus Holland setzte einen wunderschönen Kopfball genau unter die Latte, und sein Teamkollege Malcolm Carandang verwandelte einen direkten Freistoß – zwei blitzsaubere Tore, die offenbarten, was in dieser Mannschaft steckt. Die weiteren Treffer zum 4:3-Sieg steuerten wiederum Holland und Josua Glebe bei. Der BCA hatte an diesem Tag das Bestmögliche erreicht.

Zu gut: Die Hachinger Buben (blaue Dressen) ließen dem BC Attaching im Halbfinale keine Chance.

Das Bestmögliche – das war zunächst der erste Platz in der Gruppe A. Den Grundstein dafür legten die Attachinger Junioren schon im ersten Spiel gegen Riedmoos: In der zweiten Minute netzte Markus Holland nach einer Freistoßvorlage von Yves-Etienne Boyer ein – und kurz vor der Pause nutzte Saner Nazligül eine Unachtsamkeit in der Riedmooser Abwehr. Das war der 2:0-Sieg! „Das Team hat konzentriert gespielt, Gas gegeben und sich mit diesem Ergebnis für den Aufwand, den es betrieben hat, belohnt“, analysierte Coach Boyer, der sich im Anschluss über einen 1:0-Erfolg seiner Buben gegen den ESV Penzberg freute: Yves-Etienne Boyer schlenzte den Ball kurz vor dem Seitentausch ins rechte Kreuzeck. Damit hatte der BCA vorzeitig den Sprung ins Halbfinale geschafft.

Blieb also nur noch die Frage, auf wen die Attachinger Junioren in ihrem Highlight-Spiel treffen würden. Auf den FC Bayern München, der zunächst den späteren ESB-Fairnesspreis-Sieger SC Unterpfaffenhofen mit 12:0 schlug und dann beim 3:0 gegen Unterhaching in den ersten Spielminuten ein Powerplay sondersgleichen aufzog? Oder auf die Hachinger Kicker, die etwas mühsam ins Turnier hineinkamen, aber als unangefochtener Zweiter ins Semifinale einzogen? Um ein Haar hätte es der BCA mit den Bayern zu tun bekommen. Denn in den abschließenden Gruppenspielen wurde es spannender als erwartet: Die Attachinger Buben waren gegen den SV Antdorf in der ersten Hälfte nicht ganz bei der Sache und lagen mit 0:2 hinten – und der SV Riedmoos führte nach seinem 1:0-Sieg gegen Antdorf gegen den ESV Penzberg kurz nach dem Seitenwechsel schon mit 3:1. Dank des Zusatzpunkts für drei oder mehr geschossene Tore in einem Spiel standen die Riedmooser (sieben Zähler) in der Blitztabelle auf einmal vor dem BCA (sechs Punkte). Doch das wollten die E-Junioren des Gastgebervereins, die bisher durch ihre disziplinierte Abwehrarbeit und ihr schnörkelloses Offensivspiel aufgefallen waren, natürlich nicht so stehen lassen: Ivan Auni (15.) und Markus Holland (20.) trafen zum 2:2-Endstand. Damit hatten sich die Attachinger dank des gewonnenen direkten Vergleichs wieder vor den SV Riedmoos geschoben, der im Halbfinale als einziger gegen Bayern ein Tor erzielte, aber haushoch mit 1:14 verlor.

Meisterbäckerin: Janina Schwonek (r.) zauberte eine Merkur CUP-Torte – sehr zur Freude von Mama Gisela.

Die Attachinger hatten gegen Haching ebenfalls keine Chance: Bis zur fünften Spielminute hielten sie ein 0:0 – am Ende gab’s an der 0:6-Niederlage jedoch nichts zu rütteln. „Das Ergebnis ist unterm Strich zu hoch ausgefallen“, betonte Trainer Patrice Boyer. „Die Jungs wollten mit Unterhaching mitspielen – aber der Gegner war taktisch einfach zu stark und hat unsere Fehler bestraft. Unsere Mannschaft hat sich dann zu schnell im Kopf aufgegeben.“

Trotzdem konnte Boyer zurecht sehr stolz auf seine Buben sein – und vor allem auf ihre Entwicklung: „Die steht bei uns im Vordergrund. Gute Ergebnisse sind eine gute Motivation“, sagt der Coach. Und die Jugendarbeit trägt Früchte: Josua Glebe wird nach Unterhaching gehen, Yves-Etienne Boyer wechselt zum FC Ingolstadt 04. „Es ist schön, dass wir immer wieder talentierte Spieler hervorbringen“, so der Coach. Einer von ihnen ist Roy Snip: Er hatte vor einem Jahr den Sprung zum großen FC Bayern München geschafft – und stand nun in der Mannschaft, die das Bezirksfinale A durch ein 3:0 im Endspiel gegen Haching gewann.

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